Auswertung Interessenstest

Berufsorientierung

Berufsorientierung an Schulen: Eltern sind schuld!

Vor wenigen Wochen hatte ich ein Kennenlerngespräch mit einer Schulleiterin zwecks Berufsorientierungskonzept an Ihrer Schule. Ich war sehr traurig über Ihre Einstellung: Einerseits kannte Sie inhaltlich nicht das aktuelle Berufsorientierungskonzept Ihrer Schule, anderseits vertritt Sie die Meinung, Eltern  sind daran schuld, wenn Ihre Kinder mit wenig Interesse und Weitblick  den beruflichen Einstieg planen und insgesamt weniger motiviert den Unterricht besuchen.

Ich selbst bin Vater von 4 Kindern und habe inzwischen mehrere tausend Schülerinnen und Schüler an verschiedenen Schulen begleiten dürfen. Zunächst war ich sehr erstaunt: Die Geschäftsführerin/ Managerin eines Unternehmens gibt Ihren Kunden die Schuld, wenn deren Produkte nicht angenommen werden!

Berufsorientierung an Schulen – Prozesse ab Klasse 8

Der Auftrag einer vom Land NRW geförderten Schule ist nach dem Schulgesetz NRW unter anderem die berufliche Orientierung und Schaffung von Voraussetzungen für eine berufliche Ausbildung. Wesentlich deutlicher ist dies an folgendem Schaubild zu erkennen (auch als pdf zum Download):

Berufsorientierung-Prozess

berufliche Konzeptentwicklung an Schulen Beispiel

 

Berufsberatungskonzept-Schulen

Hier habe ich ein Beispiel eines Berufsorientierungskonzeptes an einer Realschule aufgeführt. Dieses durfte ich mit engagierten Lehrern und der Schulleitung im Modul “Kompetenzfeststellung” (Partnerschaft für Schule NRW) 2012 begleiten. Mittlerweile wird dieses Konzept immer noch eingesetzt und fortlaufend angepasst. Wichtig ist hier eine berufliche Prozessentwicklung ab dem 7. Schuljahr

Fazit

Bleiben der Besuch des BIZ (Berufsinformationszentrum der Arbeitsagentur) und das Einzelgespräch mit dem Berufsberater isoliert, kommt es sehr häufig zu Fehlentscheidungen, Ausbildungs- oder Studienabbrüchen oder auch zunehmender Resignation: “Was soll ich beruflich tun?”

Ein Netzwerk von Mitschülern, Eltern, Lehrern, Schulbegleitern, Arbeitsagentur, Betrieben und politisch Verantwortlichen kann den einzelnen Jugendlichen nachhaltig stützen und ihm vor allem eines vermitteln: “Du bist für die Verwirklichung Deiner Visionen, Träume und Zukunft  persönlich verantwortlich!” Dazu gibt es eine Menge Entscheidungshilfen an Deiner Schule!

Berufsorientierung Eltern (Elternbrief)

Liebe Eltern,

Sie stimmen mit der Anmeldung Ihres Kindes an einer Schule ab, ob diese weiterhin trotz sinkender Schülerzahlen bestehen bleibt. Stellen Sie bitte auch Fragen nach der beruflichen Ausrichtung dieser Schule. Gute Antworten sollte dann sowohl der Mathematiklehrer (z.B. berufspraktische Aufgaben zum Pythagoras) als auch die Englischlehrerin (mündlicher Lebenslauf in Englisch)  geben. Erst wenn wir alle (Kinder, Lehrer und Eltern) unseren Blick darauf richten: ” Wofür lernen wir eigentlich?” bekommen wir selbstbewusste, zielorientierte Schüler, die vor allem mit Spaß und Freude an Ihre berufliche Zukunft arbeiten.

Schulgesetz für das Land NRW

An vielen Schulen in NRW wird dieses Schulgesetz ernst genommen:

§5 Absatz (2) :Schulen sollen in gemeinsamer Verantwortung mit den Trägern der öffentlichen und der freien Jugendhilfe, mit Religionsgemeinschaften und mit anderen Partnern zusammenarbeiten, die Verantwortung für die Belange von Kindern, Jugendlichen und jungen Volljährigen tragen und Hilfen zur beruflichen Orientierung geben. (Quelle: §5 Absatz 2 Schulgesetz für das Land NRW und §12 (Grundlagen Berufsbildung an Schulen).