Einflussfaktor Digitalisierung: So wichtig ist Ihr Jahresrückblick im Job


Bei der individuellen Karriereplanung hat die Digitalisierung immer mehr Einfluss auf Ihre berufliche Zukunft. Vielleicht sollten Sie hierbei auch das vergangene Arbeitsjahr nochmals genau überdenken.

Die Arbeitswelt im Wandel
Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt im Ganzen und die Karriereplanung jedes einzelnen – gerade im Dienstleistungsbereich wie auch im Handwerk. Die Bedeutung der Umstellung auf digitale Arbeitsprozesse, auf immer mehr Roboter, die uns die Handgriffe abnehmen und auch auf eine Neustrukturierung der Arbeitsabläufe steigt enorm an.
Gleichzeitig ist der Fachkräftemangel in vielen Branchen stark und es gilt, die Arbeitsmodelle und damit auch die Ausbildungen auf die Digitalisierung umzustellen – es werden morgen andere Fachkräfte benötigt als heute.

Arbeiten im Jahr 2030
Studien wie etwa die der Unternehmensberatung McKinsey zeigen, dass die deutsche Arbeitswelt im Jahr 2030 ganz anders aussehen wird: vorrangig digital.
Damit gehen jedoch auch Jobs verloren: So werden dann in Deutschland rund 24 Prozent der Arbeitsstunden voraussichtlich durch Automatisierung weggefallen sein, schätzt McKinsey. Dabei gehen die Studienautoren nicht nur davon aus, dass sich dies nur der Automobilbranche oder in anderen Berufsfeldern noch stärker zeigt, die sowieso schon einen hohen
Automatisierungsgrad haben, sondern auch in Branchen wie etwa dem Metallbau oder Pflegebereich.

Pflegeroboter in Altenheimen: auch so kann Digitalisierung aussehen!
Pflegeroboter in Altenheimen der Caritas: schon Realität!

Deutschland ist einem Bericht des Spiegels über die Studie stärker von diesem Strukturwandel betroffen als etwa die USA oder China, weil die vergleichsweise höheren Löhne in Deutschland einen größeren Anreiz böten, Arbeitskraft durch Maschinen zu ersetzen. Die Schlussfolgerung: Bis zu zwölf Millionen Arbeitnehmer müssten sich entweder eine Stelle in einer anderen Branche suchen oder sich neue Fähigkeiten aneignen, um mit dem Wandel Schritt zu halten.

Digitalisierung: „Die Zeit der Einzelkämpfer ist vorbei“

Zu den neuen Fähigkeiten gehört vor allem aktuelles Fachwissen über neue Maschinen und digitalisierte Arbeitsabläufe der eigenen Branche als auch die Bereitschaft sich auf neue Arbeitsmodelle einzulassen. Unabhängig vom Beruf wird es künftig darum gehen viel stärker in Teams zu arbeiten. Die Zeit der Einzelkämpfer ist vorbei.
So werden die Hierarchien flacher und es ist wichtig, die eigenen Fähigkeiten in die neuen Prozesse einzuordnen. Chefs müssten bereit sein, die Position des Alleinherrschers aufzugeben und mehr auch Fähigkeiten, die oft die Jüngeren mit in die Firma bringen, für sich zu nutzen und anzunehmen. Mitarbeiter müssten bereit sein, sich mit ihrem Fachwissen auch wirklich einzubringen und es mit allen anderen zu teilen.

Digitalisierung :Partizipative Leitbildentwicklung:
Partizipative Mitarbeiterbeteiligung, z.B. „UnternehmensWert:Mensch Plus


Deshalb ist Ihr Jahresrückblick so wichtig

Dennoch muss jeder Einzelne auch seinen individuellen Arbeitsplatz finden und dann durch die – noch mehr nötige – ständige Weiterbildung erhalten. Genau jetzt biete sich jedoch auch die Chance vieles mitzugestalten. Und wer Neues beginnt, muss erst einmal aufräumen.
Ein sehr guter Zeitpunkt dafür ist das Jahresende.

Karriereperspektive im Zeitalter der Digitalisierung
Jahresrückblick 2018: Wohin gehen Sie?

Was sich 2019 alles ändert

Ob Rentenreform, Kindergeld, Brückenteilzeit oder der höhere Mindestlohn: 2019 stehen einige wichtige Gesetzesänderungen an. Alle Infos zu den neuen Gesetzen und Regelungen für Betriebe und Verbraucher im Überblick bekommen Sie hier

Praktische Umsetzung
Mein Tipp: Nutzen Sie den privaten Bereich, um beispielsweise die Garage aufzuräumen oder das Büro, um sich auf alles vorzubereiten, was im kommenden Jahr ansteht.
Beim Aufräumen nehmen Sie die Dinge noch ein zweites Mal in die Hand, Sie überlegen, ob Sie sie noch brauchen und wohin sie gehören.
Genau so können Sie ein vergangenes Arbeitsjahr aufräumen und dann sortiert ins Neue starten. Verzetteln Sie sich nicht in Kleinteilen, um beispielsweise Stunden lang nur die Schrauben zu sortieren. Verschaffen Sie sich erst einmal grob Ordnungsstrukturen. Wenn Sie das auf das Ordnen der beruflichen Aufgaben, Ziele und Perspektiven übertragen, werden Sie zufriedener und erfolgreicher sein!

Zwischenzeugnis für Ihre Karriereplanung

Wichtig für die Karriereplanung: das Zwischenzeugnis

Nehmen Sie sich zum Ende des Jahres Zeit für einen Blick auf Ihre großen persönlichen Entwicklungen, die das Jahr geprägt haben und vielleicht auch weiter an Relevanz gewinnen – wie etwa die Digitalisierung. Aber auch der Fachkräftemangel, die wirtschaftliche und politische Lage in Europa beeinflussen weiterhin Ihr Leben! Zugleich sollten Sie sich auch den eigenen Standpunkt in diesem Gefüge klar machen und sich die klassischen Fragen stellen:

  • Wie zufrieden sind Sie mit dem was Sie machen?
  • Möchten Sie das verändern?
  • Stimmen Ihre Qualifikationen noch mit dem überein, wohin Sie eigentlich möchten?
  • Haben Sie die Position in der Firma, die Sie immer schon wollten und stimmt das Gehalt?

So ist das Jahresende der perfekte Zeitpunkt, um ein Zwischenzeugnis entweder vom Chef einzufordern oder ihm eines vorzulegen, das dann gemeinsam besprochen wird. Zum Jahresende lässt sich das gegenüber den Vorgesetzten so erklären, dass man genau diese Einordnung jetzt gerne hätte.
Außerdem kann es auch hilfreich sein, eine Person aus dem privaten Umfeld zu fragen, denn der Partner beispielsweise bekommt ja auch mit, wenn man sich stark verändert. Wer eine solche intensive Gedanken- und Aufräumarbeit in Bezug auf den eigenen Job leistet, kann daraus dann auch relativ einfach die Ziele für die weitere Karriere formulieren und Antworten auf die folgenden Fragen finden:

  • Möchten Sie weiterhin bei dieser Firma bleiben und wenn ja, wie lange noch?
  • Welche berufliche Position möchten Sie im kommenden Jahr erreichen und welche grundsätzlich auf Ihrer persönlichen Karriereleiter?

Ich bin mir ziemlich sicher, dass all diejenigen (ob Unternehmer oder Arbeitnehmer), die die Digitalisierung jetzt nicht ernst nehmen, in ein paar Jahren weder Karriere gemacht haben noch – schlimmstenfalls –
überhaupt noch im alten Job sind. Denn viele mittelständische Betriebe würden die Umstellung nicht überleben.
Einen ausführlichen Beitrag zu diesem Thema finden Sie auch in der Deutschen Handwerkszeitung (Wirtschaftszeitung für den Mittelstand).

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!
Ein erfolgreiches Jahr 2019 wünscht Ihnen
Unternehmenberater und Karrierecouch
Ulrich Kablitz