unternehmensnachfolge

Unternehmensnachfolge – Chance oder Risiko?

  • Sind Sie müde geworden, sich täglich mit den Ideen Ihrer Kinder wegen einer Unternehmensnachfolge auseinander zu setzen?
  • Sie möchten endlich „abgeben“ und Ihr traditionelles Unternehmen, Ihren „wertvollen Schatz“ in guten Händen wissen?
  • Oder haben Sie als Nachfolger eine hervorragende Ausbildung abgeschlossen, neue innovative Ideen, aber kaum Möglichkeiten, diese konfliktfrei in Ihrem Familienunternehmen einzusetzen?

Unternehmensnachfolge - mit der Kraft der Tradition

In diesem Artikel möchte ich auch auf den Konflikt der „Traditionalisten“ und „Babyboomer“ (* 1922-1969) und den Generationen XY und Z (* 1965 -2010) eingehen. Oftmals kommt es zwischen den Generationen aufgrund gegensätzlicher Lebenseinstellungen zu kräftezehrenden Konflikten. Bitte bedenken Sie: Diese nachfolgenden Generationen werden in den kommenden 5 Jahren die Unternehmensnachfolge angetreten haben: Chance oder Risiko?

(Einen schönen Überblick über den Generationenwandel haben Sie hier: XYZ-Generationen auf dem Arbeitsmarkt.), ein ausführlicherer Artikel zur Zukunft 4.0 in kürze.

Das Erbe der Eltern

Familien besitzen mehr als 90% aller Wirtschaftsbetriebe in Deutschland. Mehr als die Hälfte aller Deutschen verdienen Ihren Lebensunterhalt in einer eigentümergeführten Firma, 45% des Gesamtumsatzes der Privatwirtschaft werden dort erzielt, 80% aller Lehrlinge ausgebildet. Dabei werden oft gewaltige Vermögen angehäuft (z.B. Quandt (BMW), Albrecht (Aldi Süd) und Schaeffler mit insgesamt über 67 Milliarden Euro).
(Quelle: https://www.destatis.de, „Inhabergeführte Unternehmen“)

Motor für wirtschaftliches Wachstum, Innovation und Beschäftigung

In der wissenschaftlichen und wirtschaftspolitischen Diskussion herrscht mittlerweile Einigkeit darüber, dass kleine und mittlere Unternehmen (KMU) Triebkräfte für wirtschaftliches Wachstum, Innovation und Beschäftigung darstellen. Deutlich wird dies vor allem an der in NRW durchgängig niedrigsten Arbeitslosenquote –  auch in den Krisenjahren 2005-2006 im Münsterland, bzw. Kreis Coesfeld.(Vergl. auch Statistik Arbeitsagentur (Arbeitsmarktreports). Dieses wertvolle Gut gilt es aus volkswirtschaftlicher und humanitärer Sicht weiterhin zu bewahren!

Familienbetrieb: Fluch oder Segen?

Häufig agieren Familienunternehmen unauffällig, Verschwiegenheit und Kontinuität gehören zur Tradition. Hat sich ein Produkt oder Dienstleistung etabliert, wird das Unternehmen oft über Generationen weitergeführt. Die Nachfolge ist der wertvolle „Schatz“, aber auch das größte Risiko eines Familienunternehmens.

Das Band zischen den Familienmitgliedern ist ihre Stärke. Hier vereinen sich die Vernunft des Geschäftes mit den Emotionen einer Familie. Was andere Firmen erst mühsam aufbauen müssen, wächst in einem Familienunternehmen ganz natürlich heran: Loyalität, Pflichtgefühl und persönliches Engagement. Das Besondere: Dinge wie Vertrauen zu den Mitarbeitern, Kunden und Zulieferern, sowie regionale Verbundenheit werden höher geschätzt als Kostenreduktion und Wettbewerbsvorteil. (Vergl. auch Wikipedia: organisationales Commitment)

Zwischen „Traditionalisten“ und „Babyboomer“ (* 1922 -1969) und den Generationen XY und Z (* 1965 -2010)

Doch diese unmittelbare Nähe von Familiensinn und Wirtschaftlichkeit kann zur größten Schwäche werden. Auch wenn Traditionen Orientierung schaffen, können diese bei der Nachfolge zum Zwang erscheinen: Aus Zusammenhalt erwachsen Verpflichtungen, aus Gemeinschaftssinn und Familienbande werden lähmende Fesseln. Der eine will durch Sparsamkeit weiterführen, der andere durch Investitionen expandieren.

Der Konflikt

Ökonomen als auch Kommunikationswissenschaftler (z.B. Schulz von Thun) unterscheiden u.a. drei Typen von Konfliktebenen:

Beziehungsebene

Hier geht es nicht um die Sache, sondern um Respekt, Unterwerfung, Macht und Ehre.

Sachebene

Hier geht es um das Ringen um fachliche Entscheidungen: Soll demnächst eine Halle gebaut  oder ein neuer LKW angeschafft werden?

Zeitebene

Selbst wenn das „Wie“ geklärt ist, streitet man hier über das „Wann“ der Entscheidungen.


Solche Konflikte entflammen gerade dann, wenn sich die Ära einer Generation dem Ende zuneigt. Wird das traditionelle Unternehmen zerschlagen oder in fremde Hände übergehen? Genügend Beispiele haben wir in Deutschland in den letzten 10 Jahren erlebt. Fast 27.000 Unternehmen müssen derzeit in Deutschland jährlich diesen Einschnitt bewältigen, viele scheitern daran. Übrig bleiben dann Arbeitnehmer, die jahrzehntelang ihrem Unternehmen treu geblieben sind und nun als 50+ auf der Straße stehen.

Manche Unternehmerkinder zaudern, die Geschäfte fortzuführen, manche Eltern zweifeln, ob die Nachkommen diesen Anforderungen an das Management überhaupt gewachsen sind.

Was kann hier eine Unternehmensberatung leisten?

Hier sind einige Themenflder der Unternehmensberatung Kablitz, die im Rahmen der „Unternehmensnachfolge in Familienbetrieben“ bearbeitet werden:

  • Hingabe und Pflichtgefühl,
  • Tradition und Kontinuität,
  • Loslassen und Erschöpfung,
  • Vertrauen und Selbstständigkeit,
  • Verantwortung und Charisma,
  • Arbeit 4.0 und Visionen der XYZ Generationen.

Eine Unternehmensberatung punktet hier mit der Spiegelung der Beziehungsebene, dem (Wieder) Aufbau von Vertrauen und innerer Sicherheit, der gegenseitigen Akzeptanz und Achtsamkeit. Vielleicht sollte es möglich sein, Ihren Kindern auch das wirtschaftliche Vertrauen zu schenken, damit diese neue Ideen ausprobieren können. Dies könnte zum Beispiel über verschiedene eigenständige Sparten oder einer zweiten GmbH umgesetzt werden. So können Mosaiksteine gelegt werden, anstatt mit dem Vater zu streiten.

Neuer Weg oder alter Trott?

Trauen Sie sich! Denn es sind Ihre eigenen Kinder, denen Sie vertrauen können!

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit

Ulrich Kablitz